Was versteht man unter “Fasten” oder “Heilfasten”?

Das Fasten oder auch das Heilfasten ist grundsätzliches eines der ältesten bekannten Naturheilverfahren.

Schon der bekannte griechische Arzt Hippokrates von Kos (um 460 bis um 370 v. Chr.), auch bekannt als der “Vater der europäischen wissenschaftlichen Heilkunde” empfahl das Fasten als Therapieform. So soll er u.a. gesagt haben: “Wenn die Krankheit auf der Höhe ist, dann muss die knappste Nahrungszufuhr erfolgen.”

Auch wenn das Fasten an sich in der letzten Zeit in den populären Medien eher unter dem Modebegriff “Detox” gehandelt wird, hat es daher einen langen, und zudem durchaus wissenschaftlich fundierten Hintergrund.

Die Wirksamkeit gerade des therapeutischen Fasten, und damit des “Heilfastens”, ist zwar aus schulmedizinischer Sicht nach wie vor umstritten. Gerade hier gibt es aber durchaus prominente Vertreter dieser Therapieform.

So hält einer seiner bekanntesten Befürworter in Deutschland, Herr Prof. Dr. Andreas Michalsen (Buchtitel: “Mit Ernährung heilen – besser essen – einfach fasten – länger leben. Neuestes Wissen aus Forschung und Praxis”), Stiftungsprofessor für klinische Naturheilkunde an der Charité in Berlin, ein ärztlich kontrolliertes Fastenkonzept, begleitet von Bewegungs-, Entspannung- und Gesprächstherapie sowie einer Ernährungsschulung für eine wirkungsvolle Methode zur Behandlung zahlreicher Krankheiten, wie z.B. auch der weitverbreiteten Adipositas.

Allein in Deutschland bieten mittlerweile über 12 Krankenhäuser und Kliniken Fastentherapien an (Stand 2015). Und nach Schätzungen der “Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V.” (ÄGHE) führen jährlich mindestens 10.000 Patienten eine Heilfastenkur durch.

Nach der Definition der ÄGHE ist Fasten grundsätzlich der “freiwillige, zeitlich begrenzte Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel, während sich die tägliche Energieaufnahme durch nährstoffhaltige Getränke zwischen 200 und 500 Kilokalorien bewegen darf.” Aufgrund des damit einhergehenden kompletten Verzichts auf feste Nahrung und Genussmittel ist das Fasten somit die strengste Form einer sogenannten Diät.

Unterschieden wird zudem das rein präventive Fasten deutlich vom therapeutischen Fasten, dem Heilfasten. Demnach ist das Fasten für Gesunde ein Kurzzeitfasten mit einer Dauer von 5 bis maximal 10 Fasttagen. Das therapeutische Fasten dagegen sollte einen Zeitraum von mindestens 10 bis 21 Tagen umfassen. Dieses “Heilfasten” richtet sich in erster Linie an Menschen mit klar definierten Krankheitsbildern und den damit verbundenen Therapiezielen. Gerade deshalb wird das therapeutische Fasten gemeinhin unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. In der Regel finden Fastentherapien daher daher stationär statt, können aber durchaus auch ambulant durchgeführt werden.

Im nächsten Artikel stellen wir die einzelnen Fastenkonzepte sowie  Indikationen und Kontraindikationen des Heilfastens vor.

 

 

Andrea Ciro Chiappa

ist Diplom-Oecotrophologe und Leiter der Deutschen Fastenakademie, Website

 

Weiterführende Hintergründe lesen Sie bitte in diesem ausführlichen Artikel von AC Chiappa nach, auf welchen wir uns vorliegend inhaltlich beziehen:

Fasten: moderne Aspekte eines klassischen Naturheilverfahrens