239 Wissenschaftler sind seit Monaten besorgt und wenden sich jetzt an die WHO. 

Vor einigen Tagen haben sich 239 Wissenschaftler aus insgesamt 32 Ländern in einem offenen Brief an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gewarnt mit der Aufforderung, ihre Empfehlungen bezüglich der Übertragung des Virus Covid-19 über die Luft anzupassen.

Dies berichtete die NY Times in einem jüngst veröffentlichten Artikel.

Das Corona Virus findet derzeit weltweit immer neue Opfer in Restaurants, Büros und Betrieben, was zu beängstigenden HOT-SPOTS führt, die sich keiner erklären kann, die aber zunehmend bestätigen, was viele Wissenschaftler seit Monaten sagen:

COVID-19 bleibt in der Luft in Innenräumen und infiziert in der Nähe befindliche Personen.

Bislang spricht die WHO von einer Übertragung von Covid-19 durch Tröpfchen, vor allem wenn Infizierte husten, niesen oder sprechen. Diese Tröpfchen sind relativ gross und schwer und fallen daher schnell zu Boden. Die WHO vertritt den Standpunkt, dass es keine Beweise für eine Verbreitung des Corona Virus über die Luft gibt. Zitat: Eine Ansteckungsgefahr über Kleinste Partikel, die mehrere Meter in der Luft schweben sei möglich, „jedoch nicht durch solide oder sogar eindeutige Beweise gesichert sehen“, wie Dr. Benedetta Allegranzi, Sachgebietsleiterin für Infektionskontrolle bei der WHO erklärte.

Die Wissenschaftler aber vertreten andere Erkenntnisse und warnen schon seit Monaten, dass geltende Abstandsregelungen nicht ausreichen, um die Übertragung der gefährlichen Corona-Viren zu stoppen.

Eine wachsende Anzahl von Untersuchungen legt nahe, dass die Viren mehrere Minuten in Form von Aerosolen in der Luft verweilen können, sodass sie auch noch knapp zwei Meter von einer infizierten Person auftreten können. Aerosole sind in der Luft schwebende feinste Tröpfchen, die kleiner als fünf Mikrometer sind (zum Vergleich: ein Haar hat einen Durchmesser von 40 – 60 Mikrometer). Jeder Mensch gibt einen solchen feinen Nebel beim Ausatmen, Sprechen, Lachen oder Singen ab, was insbesondere in überfüllten Innenbereichen ohne gute Belüftung die Gefahr einer Luftübertragung birgt, die sogenannte „Airborne Transmission“ (im Gegensatz zur Droplet Transmission, der Tröpfchenübertragung). 

„Die Übertragung über die Luft scheint die einzig plausible Erklärung für einige Veranstaltungen mit extrem hohen Infektionszahlen zu sein“, schrieben die Wissenschaftler und fügten hinzu, 

„die Menschen mögen glauben, dass sie durch die Einhaltung der aktuellen Empfehlungen vollständig geschützt sind, doch tatsächlich sind zusätzliche Schutzmaßnahmen in Bezug auf die Luft erforderlich, um das Infektionsrisiko weiter zu reduzieren.“

Aktuelle Empfehlungen der WHO zur Reduzierung der Übertragung des Corona Virus beinhalten

  • Handhygiene
  • Gesichtsmasken
  • Social Distancing (Einhaltung der Abstandsregeln, Vermeiden von großen Menschenansammlungen)

Die 239 Wissenschaftler fordern jetzt drei weitere unerlässliche Maßnahmen, um die Übertragung in Büros, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen zu verringern: 

  1. Belüftungssysteme, die eine stetige Zufuhr und Zirkulation mit sauberer Außenluft gewährleisten.
  2. Die Verwendung von Filtersystemen oder ultraviolettem Licht in den Belüftungssystemen, um Viruspartikel aus der Innenluft zu entfernen. 
  3. Die zugelassene Personenanzahl in öffentlichen Gebäuden und Verkehrssystemen muss zwingend reduziert werden.

Die Wissenschaftler werden ihren Brief nächste Woche in dem wissenschaftlichen Fachjournal „Clinical Infectious Diseases“ veröffentlichen. 

Die W.H.O. hat inzwischen anerkannt, dass es Hinweise darauf gibt, dass sich das Corona Virus durch winzige Partikel in der Luft verbreiten kann und kündigte am Dienstag, den 7. Juli an, die Beweise für die Übertragung von Corona Viren in der Luft zu überprüfen. 

Wir bleiben dran…….


QUELLE: 

New York Times

Business Insider

BBC