Lavendel – eine vielseitige Heilpflanze

Die beruhigende und entspannende Wirkung von Lavendel ist allgemein bekannt. So findet ätherisches Lavendelöl Anwendung in Duftlampen oder Diffusern zur Beduftung der Raumluft. Wirkungsvoll sind auch ein paar Tropfen abends zum Schlafanstoßen auf das Kopfkissen. Kleine Duftkissen mit getrocknetem Lavendel gefüllt, halten Motten im Kleiderschrank fern.

Doch Lavendel kann noch viel mehr als das: als Heilpflanze offiziell anerkannt wird er schon seit dem Mittelalter in der Naturheilkunde verwendet. Er enthält Wirkstoffe mit heilenden und entspannenden Eigenschaften wie Gerbstoffe, Flavonoide und sein wertvolles ätherisches Öl. Dieses wird durch Destillation aus den Blüten der Pflanze gewonnen.

Der echte Lavendel Angustifolia enthält mehr als hundert wirksame Inhaltsstoffe.

Natürliches Heil- und zugelassenes Arzneimittel

Lavendel ist ein natürliches Heilmittel gegen innere Unruhe und Stress. Bei Stress produziert unser Körper vermehrt das Hormon Kortisol. Schon nach fünf Minuten intensivem Schnuppern an Lavendel – Blüten oder Öl reichen aus, um die Kortisolkonzentration im Blut wieder sinken zu lassen. Lavendel ist daher ein zugelassenes Arzneimittel und wird vor allem bei innerer Unruhe, bei nervösen Erschöpfungszuständen, bei Einschlafstörungen oder Schlafstörungen allgemein sowie zur Behandlung von Angststörungen verwendet.

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Praktische Anwendungstipps:

  • Lavendelölbäder helfen vor allem gegen Unruhe und Einschlafstörungen. Für ein entspannendes Bad etwa 20 Gramm Blüten mit siedendem Wasser aufgießen und nach zehn Minuten in die Wanne geben. Alternativ ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl in das Badewasser träufeln.
  • Ein Tropfen ätherisches Lavendel-Öl auf die Schläfen gerieben, kann Spannungskopfschmerzen lösen.
  • Eine Massage mit Lavendel – Öl hilft bei verspannten Muskeln oder Muskelkater.
  • Gegen Platz- o
  • der Flugangst empfehlen Experten u.a. Lavendel-Weichkapseln.

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Lavendel-Tee oder Sud

Aus den frischen oder getrockneten Blüten lässt zudem sich ein Tee zubereiten, der beruhigt, fiebersenkend wirken kann oder bei Verdauungsproblemen helfen kann. Die getrockneten Blüten werden mit heißem Wasser übergossen und zehn Minuten abgedeckt ziehen gelassen, damit die wertvollen Lavendel-Öle ins Teewasser übergehen. Einen Teelöffel Blüten mit kochendem Wasser übergießen und den Tee dreimal täglich trinken. Der Sud kann auch äußerlich angewandt werden: Er kann gegen Hautunreinheiten, z.B. Akne als Gesichtswasser helfen oder auch die Wundheilung unterstützen, denn Lavendel wirkt antimikrobiell.

Getrocknete Lavendelblüten zur Abwehr von Mücken und Motten

Getrockneter Lavendel hilft, lästige Insekten wie Motten oder Mücken zu vertreiben. Dazu den Lavendel ernten, wenn die Blüte voll entfaltet ist, denn nur dann bewahrt er beim Trocknen seine Wirkstoffe. Dann die Stängel zusammenbinden und mit den Blüten nach unten und an einem schattigen Platz aufhängen. Alles gut trocknen lassen, dann sorgsam jede Blüte abreiben und in kleine Baumwollsäckchen füllen. Einfacher ist es, die gefüllten Lavendelsäckchen direkt zu kaufen.

Verwendung in der Küche

In der Küche kann Lavendel ebenfalls vielseitig eingesetzt werden:

  • Für einen köstlichen Essig z.B. Lavendel-Blüten in Flaschen füllen und mit Weißweinessig übergießen. Gut verschlossen drei Wochen ziehen lassen. Danach die Blüten abseien und fertig ist der Lavendel-Essig für ein leckeres Salat-Dressing.
  • Lavendel-Gewürzsalz: Frische Pfefferkörner mörsern, getrocknete Tomaten und Rosmarin klein hacken. Getrocknete Lavendelblüten fein hacken. Alles mit grobem Salz mischen. Lecker auf gegrilltem Lammfleisch oder mit Butterbrot und Radieschen.
  • Lavendel-Gelee: Eine Tasse Lavendelblüten in einem Liter Apfelsaft aufkochen und über Nacht ziehen lassen. Dann mit dem Saft einer Zitrone und einem Kilo Gelierzucker vier Minuten kochen und sofort heiß abfüllen. Der Gelee schmeckt als blumiger Brotaufstrich oder zu Fisch und Fleisch

Kosmetikprodukte oft mit Hybrid-Lavendel “Lavendin”

Die meisten Kosmetik-Produkte enthalten nur sehr wenig oder gar keinen echten Zusatz von Lavendel. Oft handelt es sich nur um den Hybrid-Lavendel namens “Lavendin”. Dieser kommerziell angebaute Lavendel hat leider nur sehr viel geringere Duft- und Wirkstoffqualitäten. Wer daher insbesondere Wert auf die lindernde oder gar heilende Eigenschaft des Lavendels legt und nicht nur auf den Duft, sollte daher bei der Produktauswahl auf die  Aufschrift “Lavandula Angustifolia” oder “Officinalis” achten, insbesondere bei dem Kauf von ätherischen Ölen, möglichst im Bioladen oder im Reformhaus.

Auch die Pflanzen aus dem Blumenladen sollte man nur abernten, wenn es sich ganz sicher um Arznei-Lavendel handelt. Sofern es nur um ein bisschen Duft geht, kann man sich aber natürlich auch daraus ein Sträußchen binden oder – die preiswerteren – Produkte mit Hybrid-Lavendel verwenden.

 

 

Quellehttps://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Lavendel-als-Heilpflanze-verwenden,lavendel178.html

 

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