„An jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch”

Eine kleine Einführung in die Ganzheitliche Zahnmedizin

Bereits im 15. Jahrhundert hat Paracelsus, der wohl kritischste Mediziner seiner Zeit und einer der ersten Verfechter der Naturheilkunde erkannt, dass die Zähne in einer engen Beziehung zum Gesamtorganismus des Menschen stehen. Dies wird durch sein wichtiges Zitat belegt:

„An jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch”

(Paracelsus 1493-1541)

Und doch hat es mehr als 5 Jahrhunderte gedauert, bevor dieses revolutionäre Zitat in der Medizin und Naturwissenschaft mehr Beachtung fand. Erst im 19. Jahrhundert, seit nämlich die Naturheilkunde eine Renaissance erlebt, haben Forscher die Theorie von Paracelsus bestätigen können und wichtige Wechselwirkungen zwischen unseren Zähnen und unseren Organen nachgewiesen. Gesunde Zähne und Mundgesundheit sind wichtig für den gesamten Organismus.

Inzwischen sind auch in der Zahnmedizin ganzheitliche Methoden anerkannt und akzeptiert worden und die Anwendung dieser Diagnose- und Therapieformen immer mehr im Kommen. Die Ganzheitliche Zahnmedizin setzt sich mit dieser wichtigen Erkenntnis auseinander.

Was genau steckt hinter diesem Zitat und der Theorie?

Was bedeutet Ganzheitliche Zahnmedizin.

Was unterscheidet einen ganzheitlich orientierten Zahnmediziner von einem „klassischen“ Zahnmediziner?

Der wichtige Unterschied ist ganz leicht erklärt: Ganzheitlich behandelnde Zahnmediziner beziehen sich bei einer Behandlung nicht auf den Mundraum allein, sondern schauen auf den gesamten Organismus ihrer Patienten. Ziel ist es, nicht nur die Symptome einer Erkrankung zu beseitigen, sondern dabei die Wechselwirkungen im Körper mit in Betracht zu ziehen.” Ein kranker Darm kann z.B. zu Störungen im Zahn führen. In diesem Fall würde eine klassische Zahnbehandlung mit einer Sanierung der Darmflora kombiniert werden.

Für diese Art einer ganzheitlichen Behandlung der Patienten müssen sich diese Zahnmediziner natürlich zwingend fachübergreifende Kenntnisse aus anderen medizinischen Bereichen aneignen, wie z.B. Orthopädie, Immunologie, Gastroenterologie, Psychologie oder auch Umweltmedizin.

Die ganzheitliche Zahnmedizin umfasst unterschiedliche diagnostische Konzepte und Behandlungsverfahren, die sich als Alternative oder Ergänzung zur sogenannten “klassischen Zahnmedizin” verstehen.

Hierzu gehören

  • Akupunktur/Laserakupunktur
  • Homöopathie
  • Phythotherapie
  • Neuraltherapie
  • Myofunktionelle Therapie
  • Ernährungstherapie
  • Hypnose
  • Elektroakupunktur
  • Bioelektrische Funktionsdiagnostik
  • Symbioselenkung / Immuntherapie
  • Biologische Kieferorthopädie (Bionatortherapie)

Welche Erkrankungen können dieses Zusammenspiel betreffen?

1.     Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Verspannungen

Patienten mit chronischen Rückenschmerzen wenden sich zumeist als erstes an einen Orthopäden. Doch nicht immer können diese Spezialisten helfen, und oft stellt sich erst Jahre später heraus, dass die Ursache für die Schmerzen nicht in der Wirbelsäule zu suchen ist, sondern vielmehr eine craniomandibulären Dysfunktion (CMD), also eine schmerzhafte Fehlstellung und Fehlfunktion der Kiefergelenke, diese chronischen Schmerzen verursacht hat. Es entstehen Schmerzen im Kopf-, Kiefer- und Rückenbereich, die sich bis in den Bewegungsapparat ausbreiten können. Gleiches kann auch für Kopfschmerzen und Verspannungen gelten.

2.     Allergien, Müdigkeit und chronische Abwehrschwächen

können durch Unverträglichkeitsreaktionen auf Dentalmaterialien verursacht werden.

3.     Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Parodonditis sowie mangelnde Zahnhygiene oder auch falsche Zahnputztechnik kann das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall erhöhen. Die Zähne stehen in direktem Kontakt zum umliegenden Gewebe. Bakterien gelangen dadurch in den Blutkreislauf und sind so in der Lage, Erkrankungen wie Lungen- oder Gelenkentzündungen auszulösen. Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Schlaganfall oder koronare Herzkrankheit wird durch ständig im Körper kreisende Entzündungsstoffe erhöht, die wiederum in einer Verhärtung der Gefäßwände resultieren können.

4.     Chronische Krankheiten wie Rheuma, Multiple Sklerose und Diabetes

Entzündete Weisheitszähne sowie tiefe Zahnfleischentzündungen können ebenfalls die Folge unbehandelter Zahnerkrankungen sein. Bei einer Fokalinfektion kommt es zur Streuung der entstandenen Bakterien – es entsteht ein Bakterienherd. Typische Folgen sind chronische Mandelentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen sowie Beeinträchtigungen der Gelenkfunktionen.

5.     Depressive Verstimmungen und Erkrankungen, sowie Angststörungen

Studien konnten beweisen: anhaltende Zahnschmerzen können depressive Verstimmungen auslösen. Wenn eine Zahnerkrankung wie z.B. Karies unentdeckt bleibt und nicht frühzeitig behandelt wird, hält die depressive Verstimmung an und entwickelt sich schlimmstenfalls zu einer ernsthaften Depression.

Umgekehrt wurde in Studien nachgewiesen, dass depressive Erkrankungen, sowie psychische Belastungen und Stressfaktoren die Entstehung einer Parodontitis auslösen können.

Die Ursache für unbewusstes Zähneknirschen in der Nacht ist nachweislich oft die Folge von Stress bzw. allgemeiner Überforderung. In der Folge kann es zu starken Kieferschmerzen kommen.

In diesen Fällen lindern das Erlernen von Techniken zur Entspannung und zum Umgang mit Stress die Schmerzen, ohne einen kieferorthopädischen Eingriff vornehmen zu müssen.

Weiterführende Literatur: https://www.newscientist.com/article/mg24332420-900-have-we-found-the-true-cause-of-diabetes-stroke-and-alzheimers/

 

Fazit und Ausblick

Die ganzheitliche Zahnmedizin ist genauso wie die ganzheitliche Medizin von enormer Wichtigkeit für eine sinnvolle und wirksame Behandlung von Patienten. Ganzheitlich praktizierende Zahnmediziner arbeiten aus diesem Grund auch mit einem Netzwerk aus Therapeuten und Ärzten der verschiedensten medizinischen Bereiche zusammen. Dazu gehören Immunologen, Schmerztherapeuten, Psychologen, Orthopäden, Neurologen, Hals-Nasen-Ohrenärzte, TCM-Ärzte u.a.

Die ganzheitliche Zahnmedizin und Medizin sind wichtige, essentielle und nicht mehr wegzudenkende Bausteine für ein sinnvolles, effektives und gut funktionierendes Gesundheitssystem.

Ganzheitlich therapierende Zahnmediziner UND  Mediziner sind wichtige Partner, die rechtzeitig in ein Therapiekonzept für Patienten eingebunden werden müssen!

Im Jahr 1986 wurde Die Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin e.V., kurz GZM, gegründet. Ihr Ziel ist es, „sich vor allem für ein systemisches Denken, Entscheiden und Handeln in der ZahnMedizin einzusetzen, dass den Menschen nicht als Summe seiner Einzelteile, sondern als Ganzes betrachtet.“

Die GZM organisiert regelmäßig internationale Symposien und Fachkongresse, um den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit verschiedener Medizinbereiche zu unterstützen.

Inzwischen hat die GZM als Partner der Naturheilkundetage ihren Weg auch zu den digitalen Medien eingeschlagen. Zusammen werden wir in Zukunft in enger Zusammenarbeit virtuelle Events organisieren und durchführen.

Das erste Event mit dem Titel „Ganzheitliche Zahnmedizin“ findet bereits am 24. Juni 2020 auf der Plattform der Naturheilkundetage statt. Gewinnen Sie bei uns tiefere Einblicke in das spannende Feld der Integrativen Zahnmedizin und Medizin und sammeln Sie für sich und für ihre Gesundheit wichtige Erkenntnisse.

 

Melden Sie sich noch heute für unser aktuelles Event am 24. Juni 2020 an und erfahren Sie mehr über das spannende und für unser aller Gesundheit enorm wichtige Gebiet der Ganzheitlichen Zahnmedizin und Medizin.