ALLERGIEN- Wenn unser Immunsystem Amok läuft

6 aktuelle Erkenntnisse zum Thema ALLERGIEN  

Neueste Studien aus 2020

Ihr Immunsystem spielt verrückt, wenn Pollenstaub in der Luft liegt, Ihnen ein freundlicher schwanzwedelnder Hund zu nahekommt, wenn Sie im Restaurant einen erfrischenden Salat essen oder von einer Biene gestochen werden? Dann gehören auch Sie zu den 20 Millionen leidtragenden Allergikern in Deutschland.

Immer mehr Menschen leiden an Allergien. Betroffene sind in ihrer Lebensqualität oft erheblich beeinträchtigt und können im Extremfall einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock erleiden. Fachleute warnen vor einer Verharmlosung und raten dringend zu frühzeitiger Behandlung.

Allergien werden oft bestimmt durch Faktoren aus der Umwelt. Hierzu zählen der Lebensstil, bestimmte Umwelteinflüsse, unsere Ernährung, sowie ein frühzeitiger Kontakt mit Keimen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich diese Einflüsse massiv verändert.

 

6 aktuelle Erkenntnisse zum Thema ALLERGIE

 

  1. Muttermilch bietet hohen Nutzen zur Vorbeugung gegen Allergien und Asthma.

Stillen gilt als der beste Weg, ein neugeborenes Kind zu ernähren und diesem einen gesunden Start ins Leben zu bereiten.

Neueste Studienergebnisse einer US-amerikanischen Forscherin legen nahe, dass Kinder, die in den ersten drei Lebensmonaten nur Muttermilch erhalten, ein geringeres Risiko für Asthma und Allergien haben als Kinder, die zusätzliche Babynahrung erhalten? Hierzu wurden Daten von 1.177 Mutter-Kind-Paaren ausgewertet. Kinder, die während der ersten drei Lebensmonate lediglich Muttermilch erhielten, zeigten im Alter von 6 Jahren ein um 23 Prozent geringeres Risiko für Atemwegsallergien und ein bis zu 34 Prozent geringeres Risiko für Asthma (wenn keine familiäre Asthma-Vorgeschichte vorlag!)

Werden Kinder gestillt und erhalten anschließend eine gesunde Ernährung leistet dies einen wichtigen Beitrag zur Allergie-Vorbeugung.

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  1. Probiotika – helfen sie bei Allergien?

Die Wissenschaft diskutiert dies sehr kontrovers.

Probiotika enthalten Mikroorganismen, meist Bakterien. Sie werden als Nahrungsergänzungsmittel angeboten und Lebensmitteln zugesetzt. Probiotika sollen der Darmgesundheit auf die Sprünge helfen und vor Allergien schützen.

Es gibt inzwischen sehr viele Studien zu Probiotika in Zusammenhang mit Allergien. Die bisherigen Ergebnisse konnten die medizinischen Fachgesellschaften aber nicht überzeugen, weil die Ergebnisse der einzelnen Studien nicht wirklich vergleichbar sind.

Es müsste eine Art Standard eingeführt werden, wie jetzt geschehen bei einer aktuellen beim Europäischen Allergie-Kongress EAACI 2020 vorgestellte Studie. Hier wurde der Einfluss von Probiotika unter genau festgelegten und immer wieder wiederholbaren Bedingungen in der ECARF-Pollenkammer getestet. Das Ergebnis zeigt, dass die viermonatige Einnahme eines Probiotikums die allergischen Beschwerden deutlich reduzieren konnte. 

Der Nutzen von Probiotika zur Vorbeugung oder Behandlung einer Allergie steht dennoch auf wackeligen Füßen. „Probiotika sind derzeit Lifestyle-Präparate“, sagt z.B. Prof. Dr. Britta Siegmund, Magen-Darm-Spezialistin an der Berliner Charité.

Es gibt durchaus Studien, die den Präparaten einen positiven Effekt bescheinigen. Andere Untersuchungen fanden trotz Gabe von Probiotika nicht weniger Allergien. 

Fakt ist: Wer einer Allergie vorbeugen will, sollte auf gesunde Ernährung setzen.

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  1. Bauernkinder haben weniger Allergien – Kuhmist und Rohmilch stärken ihr Immunsystem.

In mehreren großen Studien wurden Kinder von Bauernhöfen, Nicht-Bauernhofkinder mit häufigem Stallkontakt und Kinder mit seltenem Stallkontakt untersucht. Das Ergebnis der Studie war eindeutig: Kinder, die häufig im Stall und in der Scheune spielten, waren auch am besten vor Heuschnupfen und Asthma geschützt. Der regelmäßige Kontakt mit den Bakterien im Kuhstall stimuliert das Immunsystem, das diese Keime abwehren muss – und auf die weit harmloseren Pollen und Staub, die Auslöser von Heuschnupfen und Asthma, keine allergische Reaktion zeigt. „Das Immunsystem ist lernfähig und wird durch die Keime früh herausgefordert“, sagt die Leiterin der Studie, Prof. Erika von Mutius. Nur so kann das Immunsystem eine gute Balance zwischen Abwehr und Toleranz finden. 

Und der Stalleffekt geht noch weiter: Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft im Kuhstall gearbeitet haben, sind besonders geschützt vor den Allergien der Atemwege. Scheinbar geben bereits die werdenden Mütter den Schutz an ihre Kinder im Mutterleib weiter. Die Studie macht noch eine weitere interessante Beobachtung: es betrifft die Rohmilch, die von den Bauernhofkindern getrunken wird. In der unpasteurisierten Milch sind Keime, die Stadtkindern durchaus gefährlich werden können. Die Bauernhofkinder aber sind daran gewöhnt und ihr Immunsystem wird durch die unbehandelte Milch stimuliert – ebenso wie durch die Keime im Kuhstall und in der Scheune.

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  1. Allergien haben einen biologischen Nutzen.

Eine Gruppe von Forschenden ist der Frage nachgegangen, ob es einen evolutionären Sinn für die Überreaktion des Immunsystems gibt.

Dass an allergischen Reaktionen beteiligte Bestandteile des Immunsystems, nämlich Mastzellen und IgE-Antikörper sowie Basinophile, auch an der natürlichen Abwehr des Körpers von Parasiten wie Würmern und Zecken beteiligt sind, ist bekannt. Dies zeigten Human- und Tierstudien.

In Studien an Mäusen fanden nun Wissenschaftler Hinweise darauf, dass diese Faktoren des Immunsystems auch vor Giften von Gliederfüßern, zu denen Insekten und Spinnentiere gehören, sowie Reptilien wie Schlangen schützen und die Überlebenschancen verbessern kann. Die Studienautoren schlussfolgern daraus, dass Mastzellen und IgE-Antikörper die angeborene und erworbene Widerstandsfähigkeit des Körpers gegenüber verschiedenen Giften und möglicherweise weiteren schädlichen Substanzen verbessern könnte.

Die meisten dieser Gifte spielen heute im Alltag vieler Menschen keine Rolle mehr – dies war jedoch früher anders, sodass die einer allergischen Reaktion zugrunde liegenden Immunvorgänge evolutionsbiologisch durchaus einen begründbaren Sinn zu haben scheinen.

Die immunologischen Veränderungen, die zu einer Allergie führen, können also auch positive Seiten haben.

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  1. Langschläfer neigen ehr zu Asthma und Allergien.

Eine aktuelle Studie legt nahe, dass die Schlafgewohnheiten das Risiko für Asthma und allergische Symptome beeinflussen könnten. Demnach traten Asthma und Allergien bei Jugendlichen, die später zu Bett gehen und später aufstehen häufiger auf als bei Altersgenossen, die eher einschlafen und aufwachen.

Forscher werteten Daten von rund 1.700 Jugendlichen zwischen 13 und 14 Jahren aus. Die Jugendlichen wurden nach ihren Schlafgewohnheiten sowie nach allergischen Erkrankungen bzw. Beschwerden (z.B. pfeifende Atmung, Asthma und allergischer Schnupfen) gefragt. Gleichzeitig wurden auch andere bekannte Einflussfaktoren, die sich auf das Allergie- und Asthmarisiko auswirken können, berücksichtigt, wie z.B. den Wohnort und ob Familienmitglieder rauchten.

Es zeigte sich, dass die Jugendlichen, die spät schlafen gingen, etwa dreimal häufiger Asthma und doppelt so häufig einen allergischen Schnupfen entwickelten als die Teenager, die früher einschliefen.

Die Forscher betonen, dass die Auswertung keinen Rückschluss darauf erlaubt, ob tatsächlich das späte Zubettgehen die allergischen Erkrankungen begünstigt. Sie vermuten jedoch, dass das Schlafhormon Melatonin, dass bei den „Eulen“ oft nicht synchronisiert sei, allergische Reaktionen beeinflussen könne.

Zudem wirkt auf Jugendliche beim langen Wachbleiben häufig künstliches Licht von Smartphones, Tablets oder anderen elektrischen Geräten ein, was ebenfalls eine Rolle spielen könnte. Weitere Studien sind nötig, um diese Aspekte genauer zu untersuchen. Die PERFORMANCE-Studie soll 2028 bis 2029 in die zweite Phase gehen.

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  1. Die Art der Allergenhyposensibilisierung hängt stark vom Alter ab.

Eine Analyse zeigt bei den gesetzlich krankenversicherten Patienten, die im Jahr 2019 mindestens eine Hyposensibilisierung der Indikation Biene/Wespe, Gräser/Bäume oder Milben erhalten haben, eine höchst unterschiedliche Altersverteilung: So erhält mehr als jeder zweite dieser Patienten bis zu einem Alter von neun Jahren eine Behandlung gegen eine Gräser- und Baumpollenallergie.

Währenddessen sind es bei der Patientengruppe über 70 Jahren lediglich elf Prozent. Gegensätzlich verhält es sich bei der Hyposensibilisierung einer Insektengiftallergie. Hier werden nur drei Prozent der Null- bis Neunjährigen behandelt. Bei den Patienten über 70 Jahren sind es hingegen mehr als zwei Drittel.

Die Auswertung erfasst auch die Vor- und Nachmedikation der Patienten mit einer der genannten Allergie: Patienten unter zwölf Jahren, die im Jahr 2018 eine Hyposensibilisierung erhalten haben, bekommen ein Jahr danach weniger örtlich wirkende Rhinologika, also zum Beispiel Nasensprays, und systemische Antihistamine wie Allergietabletten verordnet als ein Jahr davor. „Dies deutet auf eine reduzierte Komedikation nach abgeschlossener Hyposensibilisierung hin“, so die Autoren der Insight-Health-Analyse.

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